Fitnessstudio und Technikwahn

Nun bin ich also statt Laufen im Fitnessstudio bzw. in der sogeschimpften “Muckibude” gelandet. Die meinige ist aber weder von einem Schweizer erfunden worden, noch dass sie im Namen an Schottland erinnert.

Beide habe ich mal ausprobiert. McFit hat zwar einen fantastischen Preis und sagenhafte Öffnungszeiten, aber das Ambiente, die Betreuung  und das Publikum waren schlicht gesagt unter dem Niveau, wo mir ein Training Spaß machen würde – und das gehört schließlich auch dazu! Da mögen aber andere durchaus bessere Erfahrungen gemacht haben und wenn man sich z.B. mit all diesen Kraftmaschinen schon wunderbar auskennt… warum nicht?

Kieser-Training war schon einmal vor ein paar Jahren das Studio meiner Wahl (war mal ein Sonderangebot), aber mir fehlt definitiv dort eine Möglichkeit sich vorher Aufzuwärmen (Rad, Laufband, Stepper usw.) oder auch mal bei absolut bescheidenem Wetter, dass man dort seine Laufeinheit ableisten kann. Laut Aussage des durchaus fähigen Personals gehört aber gerade die Abwesenheit von Ausdauersportgeräten, fetziger Musik und einer Theke mit Getränken zum Konzept, und soll die Konzentration auf das Krafttraining fördern. Auch OK, wem’s gefällt, aber mir fehlt zumindest das Laufband.

Preislich liegen alle außer McFit eigentlich so um die 50€ pro Monat, nicht wenig, summiert es sich doch auf 35.000€, falls ich so alt wie Jopi Heesters werden sollte. Andererseits kostet ein neues Auto auch nicht weniger (eher mehr).

Die anderen kleineren Studios, die sich hier so tummeln, sind mir letztlich zu klein gewesen. Nur wenig Geräte, meist nur ein Laufband (auf dem man natürlich dann nicht 60 min Laufen kann), dafür natürlich eine übersichtlichere Atmosphäre.

Kurzgesagt bin ich also beim örtlichen Sportverein gelandet, Anmeldung war ja schon im letzten Jahr und nun hat das “echte”  Training begonnen.

Natürlich stört schon was: Der Zettel. Das Klemmbrett. Der Kuli. Die Lesebrille, die ich nicht auch noch da rumschleppen will. Also muss bei Zeiten eine Lösung her. Naheliegend ist hier eine der vielen Fitness-Apps für’s iPhone. Aber welche?

Voraussetzungen, die eine solche App erfüllen muss sind:

  1. Ich muss mein Training erfassen können. Eigentlich banal, aber es gibt auch Apps, wo man bzgl. der Geräteauswahl sehr eingeschränkt ist, bzw. keine eigenen Geräte hinzufügen kann.
  2. Ich will nicht immer alles neu eingeben. Die Trainings laufen ja alle mehr oder weniger gleich ab. Gleiche Geräte, gleiche Anzahl der Sätze, gleiche Anzahl der Wiederholungen, allein das Gewicht ändert sich ab und an mal, aber auch nicht immer. Es muss also eine Möglichkeit da sein, dass man sagen kann: Alles wie beim letzten Mal.
  3. Ich will mein Training vorbereiten. D.h. wenn denn dann doch nicht alles wie immer ablaufen soll, will ich schon im Voraus für das nächste Training z.B. das Gewicht erhöhen.
  4. Ich ändere vielleicht die Reihenfolge der Geräte. Z.B. weil eines besetzt ist, aber das übernächste frei. Das muss die App auch leisten.
  5. Ich will auch einen Kommentar hinterlassen können.  U.a. wenn mal etwas nicht so gut läuft und man den Umfang reduzieren muss.
  6. Ich will die Ergebnisse auch am PC sehen/bearbeiten können. Also entweder eine Import-Export-Möglichkeit oder gleich eine ausgewachsene Applikation zur Auswertung – das iPhone ist halt doch kein PC.

Eine erste Suche in Apples Appstore ergab diese Kandidaten, allesamt kostenfrei, wobei es dann meist noch Versionen mit erweitertem Funktionsumfang gegen ein Entgeld gibt. Einige bieten sogar bebilderte bzw. mit Videos versehene Anleitungen für die Übungen:

Fitness Pro

Easy Gym Log

eGym

SportyPal

JEFIT

Fitness Free

BodyFitness

Gym Hero

Fitness Manager

Fitness Log

MyFit

KBuddy

Installiert sind jetzt alle auf meinem iFön – die werde ich nun also zunächst im theoretischen Betrieb und die besten Kandidaten auch im praktischen Einsatz prüfen – da wird sich dann auch zeigen, ob das Rumschleppen eines iPhones wirklich die bessere Alternative zu einem Klemmbrett ist.

Wir werden sehen….

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