So….
Seit gestern hab ich eine neue maximale Herzfrequenz. Zur Erinnerung vor ca. 7 Jahren habe ich diese bestimmt und sie lag damals bei 198 Schlägen pro Minute.
Vorgegangen bin ich folgendermaßen: Zunächst Warmlaufen, was bei mir die Strecke zum See und einmal rum, in diesem Fall 3,8km bzw. 24 Minuten bedeutete.
Die Pulsuhr habe ich extra so eingestellt, dass ich zwar den Pace, km und Zeit, aber nicht die HF sehe.
Eine Runde um den See bedeutet 2,2 km, also gilt es die Hälfte in 6 Minuten, knapp unter 5:27 Schnitt zu laufen. Offensichtlich habe ich eine gute Uhrzeit erwischt an diesem trüben Dienstag, denn am See sind die Frühgassigeher schon weg und die Nach-dem-Frühstück-reicht’s-auch-für-den-Hund noch nicht da. Insgesamt begegnen mir nur ein Hund mit Frauchen und zwei andere Läufer.
Diese erste Runde geht zwar für meine Verhältnisse flott ab, ist aber OK. Die nächste Hälfte versuche ich dann mit einem 5:00 Schnitt, so dass ich die komplette Runde um den See in knapp über 11 Minuten abgebrettere. Das ist anstrengend! Aber es geht ja noch weiter…
Jetzt kommt sofort anschließend der Teil „renn wie der Teufel“. Ich renne also ohne weitere Beachtung meiner Uhr so schnell es irgendwie geht los, versuche das Tempo zu steigern, wie es nur geht und möglichst lange durchzuhalten. Zu Anfang werde ich tatsächlich noch schneller, dann nur noch gefühlt schneller, dann langsamer und dann bin ich fertig, lasse mich nach einer Runde um den See auf eine Bank fallen und versuche den besorgten Blicken eines anderen Läufers auszuweichen.
Nach dem die Sterne vor der Augen sich allmählich wieder verdrückt haben (ich habe mich blöderweise noch kurz gebückt), versuche ich die Uhr mit zittrigen Finger auf die HF-Anzeige umstellen, leider gelingt das nicht wirklich, da ich zwar die aktuelle HF sehe (145), aber die maxHF nur im Protokollspeicher steht, dessen Schrift ich ohne Lesebrille nicht entziffern kann.
Also ruh ich mich noch ein bißchen aus, aber bald vertreibt mich die aufsteigende Kühle von der Bank und ich trabe nach Hause. Ungeschickterweise bin ich diesmal auf der verkehrten Seite des Sees angefangen, so dass ich nun den kürzeste Strecke heimwärts 3,5 km lang ist. Ich trabe also sehr langsam heimwärts.
Die aufgezeichneten Daten der Pulsuhr haben dann später meine Wahrnehmung während der Steigerungen bestätigt. Den ersten Kilometer dieses Endspurts habe ich mit 4:35 begonnen und konnte mich auf 4:15 steigern, während ich dann kontinuierlich auf die 5:00 abgesackt bin… für diese letzte Seerunde habe ich unter 10 Minuten gebraucht – 4:29 Schnitt über eine Entfernung von 2,2 km! Sagenhaft für mich.
Und die Pulsuhr konnte ich dann mit Lesebrille auch wieder ablesen und als neue, irgendwo in der Mitte der 4:15 Phase erreichte maxHF gilt ab sofort 182 Schläge pro Minute. 13 weniger als vor 7 Jahren. Na dann stell ich doch mal mein Lauftagebuch um…
NACHTRAG:
Ich brauche eine neue Lesebrille. Die 182 auf dem Display des Garmin, entpuppten sich dann bei der Auswertung auf dem Rechner als 188. Dafür hab ich dann beim Eintrag ins Lauftagebuch gesehen, dass der bisher gemessene Wert für die maxHF nicht 195, sondern 198 ist. Äh, ja, d.h. also insgesamt eine Reduktion von 10 Schlägen in 7 Jahren. Auch deutlich über dem Theoriewert von einem Schlag pro Jahr weniger. Hinzukommt allerdings noch, dass ich die alte Messung mit einem Aldi-Gerät gemacht habe – was jetzt nicht heisst, dass das schlechter gemessen hat, aber anders. So fertig wie ich war, kommen die 188 (in Worten zum Merken: einhundertachtundachtzig) schon hin…